Buchtipp: Untenrum frei von Margarete Stokowski

Buchtipp: Untenrum frei von Margarete Stokowski RiekesBlog

Es gibt nur wenige Bücher, die ich in einem Atemzug durchlese. „Farm der Tiere“ von George Orwell war eines davon. Auch „Wenn Männer mir die Welt erklären“ von Rebecca Solnit könnte ich immer wieder lesen. Zu diesen tollen Büchern kam letzten Monat eines dazu: "Untenrum frei" von Margarete Stokowski.

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„Für mich bedeutet Feminismus, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Sexualität und ihrem Körper dieselben Rechte und Freiheiten haben sollten.“


In ihrem Roman beschreibt Stokowski auf 230 Seiten Missstände unserer Gesellschaft. Sie erklärt auf wenigen Seiten treffender denn je was Feminismus bedeutet, nimmt uns mit zu sehr persönlichen Erfahrungen und vereint diese mit Erklärungen warum unsere Welt so ist wie sie eben ist und warum wir das ändern sollten.

Diese Erklärungen, Theorien und Konzepte hat sie in Gender Kursen an der Uni gelernt, mit denen sie jedoch zunächst nur zufällig in Berührung kam. Was ihre Sichtweise nämlich so überaus interessant macht ist, dass Stokowski früher selbst überhaupt nicht politikinteressiert war und der Begriff Feminismus ihr fern lag. So vereint sie zwei Sichtweisen: Die Damalige, Uninteressierte und die Heutige, Interessierte mit dem wissenschaftlichen Hintergrund.

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Während ihres Buches blickt sie auf die verschiedensten Begebenheiten und Umstände zurück und kann sie nun einordnen und verstehen. Verstehen warum nicht nur ihr bestimmte Dinge widerfahren sind, sondern vielen Frauen.


Frauen: >>Hallo, wir hätten gerne die Hälfte der Macht.<<

Männer: >>Haha, vergesst es.<<

Frauen: >> Gebt uns die verdammte Hälfte der Macht!<<

Männer: >>Hä, geht’s noch? Könnt ihr mal ein bisschen freundlicher sein?<<


So ist dieses Buch nicht nur super für Einsteiger*innen geeignet, sondern auch für alle, die einen kleinen Einblick in die wissenschaftlichen Hintergründe des Feminismus wollen. In Nebensätzen und Fußnoten erklärt sie ganz selbstverständlich und nebenbei gängige Konzepte und Theorien. Leicht erklärt für alle und doch tiefergehend als die meisten Anderen es beschrieben hätten.


„Es gibt keine Gleichberechtigung, solange es ein paar erfolgreiche Frauen in Spitzenpositionen gibt und gleichzeitig Tausende, die noch nicht mal wissen, was ein DAX-Vorstand ist, geschweige denn, wie man da rein käme, wenn nicht als Putzfrau, Prostituierte oder Einbrecherin.“


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Manchmal, nachdem ich die gleichen Gespräche immer und immer wieder führe, verzweifele ich ein klein wenig. Schöpfe dann aber wieder Energie und gebe nicht nach. Eben für die Momente in denen Menschen erkennen, dass es Ungerechtigkeiten auf dieser Welt gibt. Und, dass auch wenn sie nicht selbst betroffen sind, es gilt etwas dagegen zu unternehmen. In ihrem Buch beschreibt Margarete Stokowski meine so oft gedachten Gedankengänge und Unterhaltungen. Sie erklärt was Feminismus ist, warum es niemandem hilft über Begrifflichkeit zu streiten und nimmt uns mit zu sehr persönlichen Erfahrungen sowie Konzepten und Theorien.

Zwischen all den Seiten geht sie alle Argumente durch und beantwortet sie so schlagfertig wie man selbst es noch viel zu selten ist. Sie stellt Fragen, gibt Antworten und benennt Gründe. So ist nur einer der vielen angesprochenen Themen die Frauenquote. Um diese zu erklären geht sie alle Argumente derer Gegner*innen durch und überzeugt so. Nachdem sie dies einleitend zur Thematik getan hat, weitet sie diese aus und gibt Informationen, von denen die Wenigsten gehört habe, obwohl es alle etwas angehen sollte. Zum Beispiel schildert sie an einem Beispiel nicht nur, dass Unternehmen sich die Frauenquote selbst festlegen dürfen, sondern erklärt gleichzeitig die einhergehende Problematik dessen.


„2016 haben sich mehrere Großkonzerne, darunter Porsche, Commerzbank, Eon, Thyssen-Krupp einfach mal die Zielgröße >>null<< für ihre Vorstände gesetzt — bis 2022. Kann man nichts falsch machen. Am Ende werden sie, falls sich da doch eine Frau einfinden, sagen können, sie haben sich selbst übertroffen.“


Es gibt noch vieles, dass ich über dieses Buch schreiben könnte, doch am Besten ihr lest es selbst und macht euch persönlich ein Bild davon. Denn jede*r sollte "Untenrum frei" gelesen haben.

Die Zitate entstammen dem Buch "Untenrum Frei" von Margarete Stokowski.

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