Und ich war endlich wieder ich — Hygge im Alltag

Titelbild: Hygge im Herbst RiekesBlog

Und da war es plötzlich. Ohne Ankündigung und Vorwarnung. Als hätte es nur darauf gewartet, bis ich aufhörte danach zu suchen. Das hyggelige Gefühl, nachdem ich im Februar so erbittert gesucht hatte. Es war einfach da.

Lag es an dem frischen Blumenstrauß? An der Musik, die aus dem Plattenspieler ertönte? An der Zeit, die ich mir zum lesen nahm? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich plötzlich und endlich die Ruhe spürte nach der ich mich über Monate so sehr gesehnt hatte. Manchmal kann man einfach nicht durch kleine Pausen im Alltag beeinflussen wie man sich fühlt. Manchmal braucht es größere Pausen, in denen man sich bewusst Zeit für sich nimmt. Nicht „Nur schnell für eine Stunde und dann gehts weiter!“. Sondern für einige Tage und dann merkt man, dass sich etwas grundlegend ändern muss.

Hygge im Herbst RiekesBlog
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Stress kenne ich nur zu gut und ich habe gelernt damit besser umzugehen. Ich habe gelernt, dass er dazu gehört. Und dass ich ihn teilweise akzeptieren muss um voran zu kommen. Aber eben nur teilweise. Eine meiner Eigenschaften ist, dass ich mich stundenlang an ein und demselben Projekt aufhalten kann. Bei anderen Projekten zögere ich es heraus, finde keinen Anfang, aber viel zu schnell ein Ende. Erstere mache ich mit Leidenschaft, weil ich für bestimmte Themen brenne. Letztere entsprechen nicht meinen Interessen, sodass ich keinen Sinn in ihnen sehe. Diese letzteren Projekte rauben mir Kraft. Ich habe das Gefühl nicht voran zu kommen.

Über das letzte Jahr hatte ich viele dieser kräfteraubenden Projekte. Und nachdem ich eines geschafft hatte, wartete auch schon das Nächste auf mich. Ich war ausgelaugt. Ließ mich krank schreiben. Doch auch wenn ich eine Pause machen konnte, tat es das Leben nicht. Alles was ich verpasst hatte, musste ich in der Hälfte der Zeit nacharbeiten. Wie ein riesiger Berg, der niemals zu enden schien.

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Doch wie alles hatte auch diese Phase ein Ende. Und alles fiel von mir ab. Nicht sofort, aber Stück für Stück merkte ich, wie alles um mich herum leichter und heiterer wurde. Es brauchte einen Urlaub. Viele Bücher. Zeit nur mit mir selbst. Zeit bis ich wieder ich war. Bis ich wieder klar sehen konnte und gerne aufstand. Und heute, heute spüre ich dieses Lebensgefühl nachdem ich vergeblich gesucht hatte. Ich spüre die Ruhe. Nicht nur die Lust zu kreieren, sondern auch die Inspiration, welche ich so sehr vermisst hatte, war wieder da. Und ich war endlich wieder ich.

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