Poesiealbum: Momentaufnahme

Titelbild: Momentaufahme

In der Reihe "Momentaufnahme" halte ich alltägliche Situationen fest. Dabei achte ich besonders auf fünf Aspekte: Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. So halte ich ohne Kamera einen Moment schnappschussartig - durch kurze Beschreibungen - in Erinnerung. Die Idee dahinter ist, dass man den Moment, in dem man sich befindet, bewusst wahrnimmt und gleichzeitig versucht das Erlebte bis ins kleinste Detail aufzuschreiben.

Die Grundmethode ist keine neue Erfindung, sondern entstammt dem Schriftsteller George Perec. Ich persönlich habe die von mir abgewandelte Idee aus dem Buch "Schreiben dicht am Leben."  Wen also solche Techniken interessieren, der findet dort unzählige weitere Möglichkeiten Situationen festzuhalten.

21. Mai 2018

19:17 Uhr

Potsdam. Auf meinem Balkon sitzend.

Sehen.

Ich sehe meine Nachbarn auf ihrem Balkon Eis essen. Von der Abendsonne angestrahlte, grüne Pflanzen. Meine Balkonmöbel, welche ebenfalls von der langsam untergehenden Sonne erfasst wurden. Schattenspiele.

Hören.

Ich höre Autos zu schnell die Straße entlang fahren. Flugzeuge, die in andere Orte fliegen. Das Schlüsselklappern nachhause kommender BewohnerInnen. Das dumpfe Geflüster meiner Eis essenden Nachbarn. Und ich höre leise Gespräche von der Straße und von den Balkonen rings um mich herum.

Riechen.

Den Wind eines ausklingenden warmen Tages. Sommerluft. Ganz entfernt den Duft des Abendessens Anderer.

Schmecken.

Der Nachgeschmack meiner eben gegessenen Schokolade mit Cornflakestückchen.

Fühlen.

Warme Hände. Langsam stärker werdende Schmerzen vom langen draußen in der Sonne sitzen. Mein Computer auf meinen Beinen. Warm und leicht. Die Tasten. Und warmen Wind.

- 19:25 Uhr

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