>>Und wann lebst du?<<

Titelbild: Und wann lebst du? RiekesBlog

>>Und wann lebst du?<<, fragte sie mich. Wie aus dem nichts. Und ich: Hatte keine Antwort auf diese Frage. Auf diese vier einfachen Worte. >>Was?<<, sagte ich.

>>Du planst deinen Tag bis auf die letzte Minute. Du planst sogar deine Freizeit. Du planst, dass du dir täglich ein bis zwei Stunden Zeit nimmst in denen du schreibst — zur Entspannung. Wann lebst du?<<

Vorschaubild: Und wann lebst du? RiekesBlog

Das stimmt. Ich plane meinen Tag. Ich weiß gerne, was mich erwartet und was ich zu tun habe. Ich schreibe Listen. Hake ab, was ich erledigt habe. Schreibe Dinge hinzu, auch wenn ich sie schon längst erledigt habe. Einfach nur um zu sehen, was ich schon alles gemacht habe. Und ich nehme mir Dinge vor. Habe Ziele und Träume. Kann es kaum abwarten anzufangen meine Pläne in die Tat umzusetzen. Schreibe neue Listen und fange an.

>>Und wann lebst du?<<

Es stimmt auch, dass ich meine Freizeit plane. Nicht immer. Ich liebe es mich spontan mit FreundInnen zu treffen. Doch ich versuche mir jeden Tag ein wenig Zeit fürs Schreiben zu nehmen. Manchmal auch für mein Art Journal und das Malen. Oder zum lesen. Das variiert. Je nach Tag, Lust und Laune.

>>Und wann lebst du?<<

Vorschaubild: Und wann lebst du? RiekesBlog

>>Was meinst du mit leben?<<, frage ich schließlich. Und diese Frage meine ich aufrichtig. Denn für mich bedeutet leben auch Dinge zu tun, die ich von Herzen liebe. Wie zum Beispiel das Schreiben. Und wenn ich die Zeit nicht einplane, nehme ich mir womöglich gar keine mehr dafür. Finde Ausreden. Scrolle durchs Internet. Und werde Tag für Tag unzufriedener. Also: >>Was meinst du mit leben?<<

>>Stimmt.<< Antwortet sie schließlich. >>Guter Punkt.<<

Und damit hat sich das Thema für sie erledigt. Nur ich denke noch eine Weile darüber nach, was für unterschiedliche Auffassungen Menschen von diesem einen Wort haben. Und darüber, dass ich mir bisher noch keine Gedanken darüber gemacht habe.

>>Und wann lebst du?<<, schwirrt es noch immer in meinem Kopf herum.

>>Immer. Gestern und morgen. Heute. Jetzt in dieser Minute. Immer.<<, denke ich schließlich wie selbstverständlich.

Das könnte dir auch gefallen
Postvorschlag 1: Über Bauchgefühle und den Wunsch eigene Wege zu gehen
Postvorschlag 2: Poesie, die gelesen werden sollte

Was fällt dir zu diesem Thema ein?

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Claudia (Sonntag, 15 April 2018 12:34)

    Toller Text mit sooooo schönen Fotos :))