Kunst online veröffentlichen — Über das Risiko des Plagiarismus

Titelbild: Kunst online veröffentlichen — Über das Risiko des Plagiarismus

Ein kleiner Exkurs oder wie ich auf das Thema gekommen bin

Ich würde so gerne meine Texte in meinen Blog miteinbeziehen. Doch ich habe Angst. Gar nicht einmal davor, dass euch meine Texte nicht gefallen könnten. Viel mehr davor, dass sie jemand klaut. Jedes Mal wenn ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, dass ich eben genau das nicht möchte. Ich möchte nicht, dass jemand meine Texte für seine ausgibt. Setze ich mich mit dem Veröffentlichen meiner Kunst wirklich einem Risiko aus? Oder ist das einfach nur das typische ‚zu viel über etwas nachdenken‘.

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Wieso möchte man mit etwas Erfolg haben, das man überhaupt nicht ist? Was hätte das für eine Zukunft?

Fakt ist, dass Plagiate zum Alltag vieler gehören. Von beiden Seiten aus: KünstlerInnen und PlagiatorInnen. Wie kann es sein, dass manche Menschen denken, es wäre in Ordnung das Gedankengut anderer zu stehlen. Immerhin geht es hier um das geistige Eigentum. Um Bilder, die andere gemalt haben, Texte die andere verfasst haben. Das Talent und Wissen anderer. Wieso möchte man mit etwas Erfolg haben, das man überhaupt nicht ist? Was hätte das für eine Zukunft? Und selbst, wenn man sich damit durch schummeln könnte: Wie kann es jemand gut finden, den Grundstein einer Karriere von einer anderen Person zu nehmen.

Ab wann ist etwas Inspiration und ab wann Plagiarismus?

Auf der einen Seite haben Menschen damit Erfolg über ihr Leben zu berichten. Den Alltag zu filmen und Gedanken niederzuschreiben. Denn das gilt als sympathisch. Auf der anderen Seite können Menschen mit Plagiaten weiter kommen. Und ist das dann die Schuld der PlagiatorIn oder die der Lesenden? Denn oft werden Vorwürfe eines Plagiats öffentlich gemacht und dennoch ignoriert. Zum Beispiel bei Rupi Kaur.

Es gibt unzählige Menschen, die sagen, sie hätte ihre Texte und Bilder von kleineren und unbekannten KünstlerInnen gestohlen. Vergleicht man Kaur’s Kunstwerke mit denen der eben genannten KünstlerInnen sieht man deutliche Ähnlichkeiten zwischen beiden. Einen großen Unterschied gibt es: Das Letztere ist in mehreren Fällen früher veröffentlicht worden. Doch nur weil etwas früher erschienen ist, muss das nicht bedeuten, dass Rupi Kaur es gestohlen hat. Vielleicht hat sie das Gedicht schon vor vielen Jahren verfasst, aber nicht öffentlich gemacht?

Es gibt Fälle bei denen das passiert ist. Zum Beispiel haben feministische KünstlerInnen im 20. Jhr. die gleichen Techniken und Inhalte verwendet, ohne dass sie voneinander wissen konnten. Und dann stellt sich noch die Frage, ab wann etwas ein Plagiat ist. Ich rede nicht von wissenschaftlichen Arbeiten für die Uni. Da ist klar, dass man das Wissen anderer nur wiedergibt. Aber bei Kunst? Ab wann ist etwas Inspiration und ab wann Plagiarismus? Sind die Grenzen dabei nicht fließend? Wohlmöglich sind diese Fragen auch gar nicht von Bedeutung. Schließlich kann nur Rupi Kaur selbst wissen, ob es sich bei ihrer Kunst nur um ein Kopie handelt.

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Abgesehen von Inspirationen gibt es jedoch noch zahlreiche Leute, die geistiges Eigentum offensichtlich stehlen. Ein Screenshot bei Instagram: Wird schon keiner merken. Erst nach mehreren Aufforderungen das Bild zu löschen, gehen sie dieser ‚Bitte‘ nach. Und das ist noch der Idealfall, denn die Chance, dass man auf diese Accounts aufmerksam wird und sieht, dass sie die eigene Kunst ohne Erlaubnis verwenden, ist sehr gering. Einige meinen, wenn man Fotos bei Instagram hochlädt sei man selber schuld, doch laut Instagram gehören die Bilder nur dem Urheber allein. Eben aus dem Grund Eigentum zu schützen.

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Also ja. Man setzt sich einem Risiko aus, wenn man eigene Kunst online veröffentlicht. Und das für und wieder abzuwägen ist gar nicht so einfach.

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