Poesiealbum: Momentaufnahme

Titelbild: Momentaufahme

In der Reihe "Momentaufnahme" halte ich alltägliche Situationen fest. Dabei achte ich besonders auf fünf Aspekte: Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. So halte ich ohne Kamera einen Moment schnappschussartig - durch kurze Beschreibungen - in Erinnerung. Die Idee dahinter ist, dass man den Moment, in dem man sich befindet, bewusst wahrnimmt und gleichzeitig versucht das Erlebte bis ins kleinste Detail aufzuschreiben.

Die Grundmethode ist keine neue Erfindung, sondern entstammt dem Schriftsteller George Perec. Ich persönlich habe die von mir abgewandelte Idee aus dem Buch "Schreiben dicht am Leben."  Wen also solche Techniken interessieren, der findet dort unzählige weitere Möglichkeiten Situationen festzuhalten.

6. Februar 2018

14:57 Uhr

Café in Potsdam. Die gepolsterte Bank. Ganz hinten in der Ecke.

Sehen.

Mindestens 20 Menschen in meinem Blickfeld. Jung wie alt. Kaffee. Eistee. Schokoladenmuffins. Große Handys und kleine Computer, die meisten von Apple. Sie unterhalten sich zwar, aber niemand von ihnen lächelt auch nur. Todernst. Nein eigentlich eher neutral. Monoton.

Hören.

Ich höre den Kaffee kochen. Das klirren von Geschirr. Sahne aufschlagen. Mein eigenes Schlürfen. Das schnelle, leise Tippen der Tasten unter meinen Fingern. Kaffeehausmusik. Stimmen — im Hintergrund.

Riechen.

Kaffeebohnen. Mehr nicht.

Schmecken.

Nicht viel nach der Ungeduld und dem schnellen herunterschlingen meiner großen — und heißen — Tasse Kakao. Aber wenn, dann: Den Nachgeschmack von Kakao mit extra viel Schokolade und Sahne.

Fühlen.

Meine Hände, die langsam wieder auftauen. Trocken von der noch trockeneren Heizungsluft. Die Tasten. Buchstabe für Buchstabe. T-A-S-T-E-N.

- 15:18 Uhr

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Kommentare: 1
  • #1

    Claudia (Samstag, 24 März 2018 20:44)

    tolle Idee :)